Meine erste Kamera, eine Kodak Instamatic, erhielt ich zur Erstkommunion. Nach nur drei belichteten Filmen schmolz sie hinter der Heckscheibe meines Vaters Fiat; gewissermaßen in einer Art fotografischer Performance. Nach einiger Zeit verlegte ich mich dann auf‘s Filmen, Super 8, und als ich dann mit 16 Jahren einen von mir auf die Musik von The Who, den Beach Boys und Pink Floyd geschnittenen Film an den damals größten Hersteller von Windsurf-Boards verkaufen konnte, was mein Berufswunsch klar. Kurz, bis ich in einem Interview mit Dennis Hopper erfuhr: „Bevor Du mit Filmen anfängst, solltest erst fotografieren können.“ Einleuchtend, nicht wahr? Mein Vater hatte zum Glück auf eine Spiegelreflexkamera und eine Dunkelkammer, Farbe zwar, Cibachrome, aber ich wechselte sehr bald ins Schwarz-Weiße, was dann für viele Jahre meine größte Herausforderung werden sollte.

Eine handwerklich Ausbildung zum Fotografen habe ich auch, streng genommen sogar zwei. Nach Zivildienst, Kneipenjobs und freischaffender Fotografie kaufte ich mir 1989 einen Atari Computer, einen Epson Scanner, einen Laserdrucker und versuchte mich in digital verarbeiteten Bildern. Ende 1992 begann ich die Weiterbildung zum „DTP-Operator“ und fand 1993 eine Anstellung als Digital Operator in einem Berliner Fachlabor. Die erwarben 1994 eine IRIS Graphics 3047, mit der man, neben den großformatigen elektrostatischen Drucken, qualitativ hochwertige Tintenstrahldrucke auf kunststoffbeschichteten Papieren herstellen konnte. „Warum nicht auch auf Büttenpapier?“, fragte ich mich und hatte, nach monatelangen Experimenten, ein Medium gefunden, dass fortan die analoge Dunkelkammer ersetzen würde.