Amin El Dib. Under Skies of Blue and Grey

„Seine Bilder zeigen das, was es zu sehen gibt, wenn man eigentlich nicht unterwegs ist, um zu sehen. […] So sieht es aus, sagen die Bilder, doch wie es aussieht, das interessiert eigentlich keinen.“
(–Boris von Brauchitsch)

Scans (Flextight 848) von 6 mal 7 Dias, Kontrastkorrektur, Proofs … Bestimmung der optimalen Ausgabegröße: 60, 70 oder lieber 90 cm breit? Vielleicht doch nur 40? … Piezo-Pigmentprints (Ultrachrome) auf Innova Smooth Cotton Natural White Paper, 315 g/qm

Es hatte ein Mann einen Esel, der schon lange Jahre die Säcke unverdrossen zur Mühle getragen hatte. Da hatten alle Sorgen ein Ende, und sie lebten in lauter Freude zusammen. Zwei Burschen auf Wanderschaft trafen an einer Wegbiegung auf Gott und den Teufel, die sie beide um ein Almosen baten. Und drei Töchter hat der Bauer gehabt. Ob er nach dieser Zeit noch wieder stahl, kann ich nicht mit Gewissheit sagen; tat er es aber, so geschah es wohl nur zu seinem eigenem Vergnügen. Es war einmal ein herzensguter Mann. Ein so weiches Herz hatte er er, daß ihm folgendes widerfuhr. Niemals hätten sich die drei Gefährten erträumt, mit solchen Reichtümern heimzukehren. Es war einmal eine alte Geiß die hatte sieben junge Geißlein und hatte sie lieb, wie eine Mutter Kinder lieb hat. Und alle stürzten sich in den Fluß und ertranken. Es waren einmal in uralter Zeit zwei Brüder, der eine war reich, und der andere war arm. Nachdem er dies befohlen hatte, umarmte er erneut seine Kinder mit Tränen in den Augen. Ein Mann hatte einst drei Söhne. Die beiden älteren waren recht aufgeweckt und machten sich stets über den jüngsten lustig. Es war einmal ein König, der hatte eine Tochter, die konnte so gewaltig lügen, daß keiner es Darin mit ihr aufnehmen konnte. Sie waren aber so arm, daß sie nicht mehr das tägliche Brot hatten. Da steht nun die Mühle auf dem Meeresgrunde und mahlt noch den heutigen Tag. Heute noch leben sie dort im Palast. Mich schickten sie aus, um davon zu erzählen. Alle waren sich einig, daß er mit der ersten zusammenbleiben solle, denn die erste hat das Vorrecht. Einst lebte ein Vater mit seiner Tochter, die zwar bildschön war, doch ebenso eigensinnig und stets ihren Willen durchsetzten mußte. Dies verdross ihn nicht, bis eines Tages drei junge Männer vor seiner Tür standen. Es heißt, als die beiden Schwestern starben, habe der Junge eine Stimme vernommen. Es war die Stimme des Teufels, der fröhlich ein Liedchen sang. Die Tochter ward in den Wald geführt, wo die wilden Tiere sie zerrissen, die Hexe aber ward ins Feuer gelegt und mußte jammervoll verbrennen. Es war einmal ein Bursch, der ging auf einem Wege und knackte Nüsse. Da fand er eine, die war wurmstichig. In den alten Zeiten, in welchen das Wünschen noch geholfen hat, lebte ein König, dessen Töchter waren alle schön, aber die jüngste war so schön, daß die Sonne selber, die doch so vieles gesehen hat, sich verwunderte, so oft sie ihr ins Gesicht schien. Es lebte einst ein Holzfäller, der hatte drei anmutige Töchter. Einer der beiden hatte ein munteres Gemüt und zog in Sommernächten gern hinaus, um auf Feld und Flur frische Luft zu atmen. Und sie herzten und küßten einander und zogen fröhlich heim. Da lief sie fort zum Dorfe hinaus, und niemand hat sie wieder gesehen. Und sie suchte sich den aus, der ihr am besten von allen gefiel. (Text: Amin El Dib)